Curt Trepte: Das Deutsche Staatstheater in Engels, Fotografie (um 1936)
Erwin Piscators Emigrantentheater in den Jahren 1935 bis 1936Die sowjetische Stadt Engels, Hauptstadt der Wolgadeutschen Republik, besaß seit 1931 ein großes „Deutsches Staatstheater“ mit einem Saal von 800 Plätzen. Den Regisseur Erwin Piscator brachte das auf die Idee, hier ein Zentrum des deutschsprachigen Emigrationstheaters einzurichten. Denn ein solcher Plan war in Moskau bereits gescheitert.
Sonderausstellung: Ulrich Becher
Dana Roda Becher an Alexander und Elsbeth Roda Roda, Rio de Janeiro, 23. Juli 1941
Meine süssen ZwergäffchenSchon vor ihrer Ausreise nach Brasilien hatten sich Ulrich Becher und Dana Roda Becher vergeblich um eine Einreise in die USA bemüht. Von Brasilien aus setzten sie ihre Anstrengungen fort und versuchten, Details der US-amerikanischen Einreisebestimmungen in Erfahrung zu bringen.
Dänischer Führerschein von Helene Weigel (1934)
Auch im Exil übernahm die Schauspielerin Helene Weigel die Organisation des Familienalltags weitgehend allein. Sie war mit den beiden Kindern und der Haushälterin im Juni 1933 über Frankreich, Belgien und die Niederlande mit dem Schiff nach Dänemark gereist, während sich ihr Mann Bertolt Brecht wegen Theaterproben in Paris aufhielt.
Sonderausstellung: Erika Mann
Das Gesicht der Demokratie: Erika Mann
Karikatur aus der nationalsozialistischen Satire-Zeitschrift Die Brennessel vom 3. Februar 1932
DeutschDie nationalsozialistische Satire-Zeitschrift Die Brennessel (1931-1938) zeigt Erika Mann im Kostüm der Elisabeth aus Schillers Don Carlos; in dieser Rolle hatte sie in München im Winter 1929/30 große Erfolge gefeiert ebenso wie 1928 als Irene in Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend. Die Karikatur diffamiert Erika Mann als Megäre mit langgezogenem Gesicht und der Figur eines schwarzen Soldaten mit Seitengewehr und Bajonett in den Armen.
Sonderausstellung: Ulrich Becher
Das Mysterienspiel Niemand
Uraufführung gegen Widerstände am Stadttheater Bern, 27.1.19361936 war Ulrich Bechers Mysterienspiel Niemand am Stadttheater Bern uraufgeführt worden. 1931 hatte er das Stück vollendet, 1934 war es im Verlag Julius Kittl Nachf.
Das Wort. Literarische Monatsschrift (1936 – 1939)
Das Wort wurde 1936 in Moskau als eine neue Literaturzeitschrift des Exils gegründet, nachdem Die Sammlung (Amsterdam) und Neue Deutsche Blätter (Prag), beide 1933 – 1935, ihr Erscheinen eingestellt hatten. Sie erschien vom Juli 1936 bis März 1939 monatlich in einer Auflage von 5000 bis 7000 Exemplaren im Jourgaz-Verlag von Michail Kolzow.
David Ludwig Bloch: Hanging, Linolschnitt (1977-1980)
Ganz unmittelbar blickt der Betrachter auf die herabhängenden Füße eines Hingerichteten. Eine gesichtslose Menschenmenge ist Zeuge des anonymen Todes.
David Ludwig Bloch: Reception-Deception, Linolschnitt (1977-1980)
Reception-Deception zählt zu einem Werkzyklus über das Thema Holocaust, den der Maler David Ludwig Bloch vierzig Jahre nach seiner Inhaftierung in Dachau in Amerika anfertigte. Das Motiv wiederholt er in einem gleichnamigen Gemälde.
David Ludwig Bloch: Schirmverkäufer, Holzschnitt (1948)
Dieser Holzschnitt entstammt der Serie Yin-Yang, die der Maler David Ludwig Bloch 1948 im chinesischen Exil anfertigte. Die beiden Begriffe bezeichnen in der chinesischen Philosophie die Balance, die zwischen zwei einander entgegengesetzten und dennoch aufeinander bezogenen Kräften existiert.
David Ludwig Bloch: Shanghai Ghetto, Holzschnitt (1946)
In einem unüberblickbaren Durcheinander von Vorschriften für staatenlose Flüchtlinge findet sich dieser Emigrant im Ghetto von Shanghai wieder. Eng umgeben von in Versalien geschriebenen Begriffen wie „Designed Area“, „Punishment“ oder „Extension“, die seinen Weg zu beengen scheinen, zeigt er seinen Pass vor.