Maria Leitner

Maria Leitner, Schriftstellerin und Journalistin
Die Journalistin und Schriftstellerin Maria Leitner 1930, auf einer Reportagereise in Surinam.
Rijksmuseum Amsterdam, NG-2008-37-46, Ankauf mit Unterstützung des Maria Adriana Aalders Fonds/Rijksmuseum Fonds. Public Domain.

Maria Leitner

Maria Leitner ist eine sehr aktive antifaschistische Schriftstellerin, die nur wenige kennen. […] eine der mutigsten und bescheidensten Frauen, die wir haben.

Oskar Maria Graf in einem Empfehlungsschreiben für Maria Leitner, 9. August 1938

Geborenam 19. Januar 1892 in Varaždin, Österreich-Ungarn, heute Kroatien
Gestorbenam 14. März 1942 in Marseille, Frankreich
ExilÖsterreich, Tschechoslowakei, Frankreich
BerufSchriftstellerin, Journalistin

Schon zu Beginn der 1920er Jahre musste Maria Leitner zum ersten Mal ins Exil flüchten. Nach der Zerschlagung der ungarischen Räterepublik emigrierte sie über Wien nach Berlin. Dort erreichte sie im Verlauf der 1920er Jahre mit ihren sozialkritischen Reportagen aus Süd- und Nordamerika, die sie in mehreren Blättern des Ullstein Verlags veröffentlichte, eine breite Leserschaft. Der seit 1932 laufende Zeitungsabdruck ihres antikolonialistischen Romans Wehr dich, Akato! in der Arbeiter Illustrierte Zeitung endete mit dem Verbot des Blatts im März 1933. Als Gegnerin des Nationalsozialismus musste die Journalistin und Schriftstellerin erneut fliehen.

Leitner hielt sich zunächst abwechselnd in Österreich, der Tschechoslowakei sowie zeitweilig im Saarland auf, wo mehrere journalistische Veröffentlichungen und Fortsetzungsabdrucke von Romanen nachweisbar sind. Immer wieder reiste sie für ihre Recherchen auch zurück nach Deutschland. Vermutlich um 1935/36 ging sie dauerhaft nach Paris. Ihr Roman Elisabeth, ein Hitlermädchen erschien 1937 als Fortsetzungsabdruck in der Pariser Tageszeitung. Außerdem schrieb sie für die Exilzeitschriften Das Wort (Moskau) und Die Neue Weltbühne (Prag). Trotz dieser Veröffentlichungsmöglichkeiten lebte Maria Leitner im Exil in materiell prekären Verhältnissen.

Im Mai 1940 wurde sie im Internierungslager Gurs in Südfrankreich inhaftiert. Nachdem ihr die Flucht aus dem Lager gelungen war, versuchte sie vergeblich, ein Visum für die USA zu erhalten. Verarmt und entkräftet starb sie 1942 in Marseille.

Auswahl wichtiger Werke:
Hotel Amerika (Roman, 1930)
Eine Frau reist durch die Welt (Reportagen, 1932)
Elisabeth, ein Hitlermädchen (Roman, 1937)

Weiterführende Literatur:
Berthold, Werner et al. (Hg.): Deutsche Intellektuelle im Exil. Ihre Akademie und die „American Guild for German Cultural Freedom“. München: Saur 1993, S. 503–511.
Killet, Julia/Schwarz, Helga W. (Hg.): Maria Leitner oder: Im Sturm der Zeit. Berlin: Karl Dietz Verlag 2013.

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