Jula Isenburger(Jula Elenbogen (geb.), Jula Géris (Künstlername))

Jula Isenburger, Tänzerin
Eric Isenburger, ohne Titel (Jula in Schweden), 76 x 60 cm, 1937, Öl auf Leinwand
Sammlung der Isenburger Gesellschaft e. V., Neuburg, © Sheila Low-Beer

Jula Isenburger(Jula Elenbogen (geb.), Jula Géris (Künstlername))

… Und jetzt, aus grauen Vorhängen, wie eine kleine Heldin aus einem romantischen Märchen, erscheint die graziöse Jula Geris.

Max Bruno über einen Auftritt von Jula Géris, Paris, 19. November 1936

Geborenam 9. Januar 1908 in Augustow, Polen
Gestorbenam 17. April 2000 in New York, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
ExilFrankreich, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
BerufTänzerin

Als 16-Jährige kam Jula Elenbogen nach Frankfurt, um Tänzerin zu werden. 1928 zog sie – für die Weiterführung ihrer Tanzausbildung – mit ihrem Mann, dem Maler Eric Isenburger, nach Wien. Sie nahm Unterricht in Hellerau sowie bei Gertrud Kraus, um expressionistischen Tanz zu studieren. Bereits zu dieser Zeit gestaltete Eric Isenburger die Tanzkostüme seiner Frau und darüber hinaus zum Teil auch die Bühnenbilder für die Tanzgruppe. 1931 erhielt Jula ein Engagement am Tanztheater von Mary Wigman und der Umzug nach Berlin folgte. Als Hitler 1933 an die Macht kam und Eric Isenburgers Kunst öffentlich diffamiert wurde, verließen sie Deutschland für immer. Ihr erstes Exilland wurde Frankreich.

In Paris konnte Jula Isenburger an ihre bisherigen Erfolge als Tänzerin anknüpfen. Unter dem Pseudonym Jula Géris trat sie mit ihrem eigenen Programm in ganz Frankreich auf. Als sich die politische Situation durch das Vorrücken der Deutschen Truppen auch dort verschärfte, wurde ihr Mann in Les Milles interniert. Als gebürtige Polin entging sie selbst jedoch einer Festnahme. Nach Monaten der Ungewissheit und des Wartens gelang dem Paar 1941 die Flucht in die USA. Mit der Ankunft dort beendete Jula Isenburger ihre Tanzkarriere und fing bei der Bekleidungsfirma Saks fifth Avenue an. Mit dem bewussten Verzicht auf ihre eigene Karriere ermöglichte sie ihrem Mann den künstlerischen Neustart in Amerika und ein finanziell unabhängiges Arbeiten.

Weiterführende Literatur:
Distl, Dieter (Hg.): Eric Isenburger 1902 – 1994. Ausgewählte Werke. Neuburg an der Donau: Städtische Galerie am Rathausfletz 1999 (Ausstellungskatalog)