Franz Werfel

Franz Werfel, writer
Porträt von Franz Werfel, ca. 1940, Fotograf: Trude Geiringer
© Leo Baeck Archive New York

Franz Werfel

Mit Franz Werfel verstand Feuchtwanger sich recht gut, ein ehrlicher, etwas naiver, stets gut meinender Mensch, der großartige, international überaus erfolgreiche Romane schrieb und alle Opernarien auswendig konnte.

Klaus Modick, Sunset, 2012

Geborenam 10. September 1890 in Prag, Österreich-Ungarn
Gestorbenam 26. August 1945 in Beverly Hills, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
ExilFrankreich, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
BerufSchriftsteller, Dramatiker

Franz Werfel konnte mit seiner expressionistischen Lyrik, welche die Erlösung und Verbrüderung der Menschheit thematisiert, bereits 1911 große Erfolge feiern. Humanität und das Ringen um ein ethisch fundiertes Christentum blieben – auch in den Jahren des Exils – wiederkehrende Themen Werfels.

Mit der Annexion Österreichs verließ Werfel seine Heimat. Als Autor des Romans Die vierzig Tage des Musa Dagh, der den Völkermord an den Armeniern 1915 zum Thema hat, galt Werfel den Nationalsozialisten als Pazifist. Die Texte des Schriftstellers wurden als „Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung“ eingestuft. Daher begab er sich 1938 gemeinsam mit seiner Frau Alma Mahler-Werfel in das südfranzösische Fischerdorf Sanary-sur-Mer. Nachdem Frankreich 1940 besetzt wurde, unternahmen Werfel und seine Frau Alma einen misslungenen Ausreiseversuch und mussten einige Wochen in dem Pilgerort Lourdes verbringen. In seiner Bedrängnis legte er ein Gelübde ab: Wenn er die Küste Amerikas erreiche, werde er als erstes die Lebensgeschichte der heiligen Bernadette Soubirous niederschreiben.

Gemeinsam mit Golo und Heinrich Mann überquerte er zu Fuß die Pyrenäen und reiste anschließend nach Kalifornien. Er hielt Wort und verfasste dort 1941 Das Lied von Bernadette. In Kalifornien unterhielt Werfels Frau – wie bereits zuvor in Wien – einen Salon, den Gäste wie Thomas Mann oder Arnold Schönberg aufsuchten. Werfels Bücher wurden in den USA ins Englische übersetzt und wurden zu Publikumserfolgen. 1945 starb Werfel, der bereits bei der Überquerung der Pyrenäen gesundheitliche Probleme hatte, an einem Herzinfarkt. 

Auswahl wichtiger Werke:
Der Weltfreund (Gedichte, 1911)
Beschwörungen (Roman, 1923)
Verdi, Roman der Oper (Roman, 1924)
Der Abituriententag. Die Geschichte einer Jugendschuld (Roman, 1928)
Die vierzig Tage des Musa Dagh (Roman, 1933/47)
Der Weg der Verheißung (Drama, 1936)
Das Lied von Bernadette (Roman, 1941)

Weiterführende Literatur:
Jungk, Stephan: Franz Werfel. Eine Lebensgeschichte. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 2001
Steiman, Lionel: Franz Werfel. The Faith of an Exile. From Prague to Beverly Hills. Ontario: Wilfrid Laurier University Press 1985
Wagner, Hans: Understanding Franz Werfel. South California: University of Southern Carolina Press 1993
Wagner, Michael: Literatur und nationale Identität. Österreichbewußtsein bei Franz Werfel. Wien: Praesens-Verlag 2009

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