Max Ophüls(Maximilian Oppenheimer)

Fotografie: Max Ophüls
Der Schauspieler und Regisseur Max Ophüls, ohne Datum
Deutsche Kinemathek / Stiftung Stadtmuseum Berlin

Max Ophüls(Maximilian Oppenheimer)

Den Film schafft der Regisseur. Da genügt es nicht, sein Handwerk zu können, Kenntnisse, Geschmack, Geschick im Umgang mit Schauspielern zu haben. Ein Filmregisseur, der nicht zugleich Dichter ist, kann nichts Großes leisten. Film ist Schöpfung aus dem Nichts, jede Sekunde wird alles neu geschaffen […].

Max Ophüls in einem Gespräch mit dem Züricher Tages-Anzeiger, 3. April 1941

Geborenam 6. Mai 1902 in Saarbrücken
Gestorbenam 26. März 1957 in Hamburg
ExilFrankreich, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
RemigrationBundesrepublik Deutschland
BerufSchauspieler, Theaterregisseur, Filmregisseur

Der aus Saarbrücken stammende Max Ophüls galt wegen seiner einfühlsamen Literaturverfilmungen als Poet unter den Regisseuren. Er begann seine Karriere 19-jährig als Schauspieler am Theater und sammelte früh Erfahrungen in der Regie und beim Rundfunk. 1925/26 inszenierte er am Wiener Burgtheater, wurde dann in Frankfurt am Main, Breslau und Berlin engagiert, wo er 1931 erstmals mit dem Filmbetrieb in Kontakt kam. Noch im selben Jahr entstand sein erster Kurzspielfilm Dann schon lieber Lebertran, es folgten bald darauf unter anderem die erste deutsche Tonfilmoper Die verkaufte Braut (1932) und die auch international gelobte Verfilmung von Arthur Schnitzlers Liebelei (1932/33), was ihm den Beginn seiner Exilzeit in Frankreich erleichterte. Ophüls verließ Deutschland kurz nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten und traf in Paris auf eine ganze Reihe ebenfalls geflohener Kollegen, darunter auch Produzenten, die ihm die Weiterarbeit ermöglichten. Von 1933 bis 1940 drehte Ophüls mindestens einen Film pro Jahr in verschiedenen europäischen Ländern. De Mayerling à Sarajevo (1939/40), ein pazifistisches Plädoyer in historischer Kulisse, wurde von den politischen Ereignissen überrollt. Nach der Besetzung Frankreichs floh der Künstler, seit 1938 französischer Staatsbürger, zunächst in die Schweiz, dann in die USA. Dort schrieb er antinazistische Rundfunkprogramme für "Voice of America"; der Wiedereinstieg in die Filmregie gelang erst in der Nachkriegszeit. 1949 kehrte Ophüls nach Frankreich zurück.

Weiterführende Literatur:
Weniger, Kay: "Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben…" Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Hamburg: Acabus 2011, S. 375ff. 
Asper, Helmut G.: Max Ophüls. Eine Biografie mit zahlreichen Dokumenten, Texten und Bildern. Berlin: Bertz 1998 

Wichtige Werke:
Die verkaufte Braut (1932)
Liebelei (1932/33)
Werther (1938)
De Mayerling à Sarajevo (1939/40)
Letter from an Unkown Woman (1947)
Caught (1948)
Der Reigen (1950)
Lola Montez (1955) 

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