Fritz Lang(Friedrich Christian Anton Lang)

Fritz Lang, Filmregisseur und Drehbuchautor
Der Regisseur Fritz Lang zur Zeit der Dreharbeiten zu Das Testament des Dr. Mabuse, ca. 1933
Archiv des Deutschen Filminstituts DIF e.V., © Nero Film

Fritz Lang(Friedrich Christian Anton Lang)

I was called to Goebbels […] to be told by the Reichspropaganda minister to my surprise, that Hitler had instructed him to offer me the leading post in the German film industry. […] I left Germany the same evening.

Fritz Lang über seine Emigration, zitiert nach Lotte H. Eisner: Fritz Lang, 1976

Geboren5. Dezember 1890 in Wien, Österreich-Ungarn
Gestorben2. August 1976 in Beverly Hills, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
ExilFrankreich, Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
BerufFilmregisseur, Drehbuchautor

1908 wechselte der 18-jährige Fritz Lang von der Architektur zur Kunst. Er wollte Maler werden, zog 1913 nach Paris. Wenn er es sich leisten konnte, ging er ins Kino. Nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg begann er Drehbücher zu schreiben. Er wurde Schauspieler und erhielt mitten in den Wirren des Spartakusaufstands 1919 in Berlin die Chance, erstmals selbst Regie zu führen. Nach seiner Heirat mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou nahm Lang die deutsche Staatsbürgerschaft an und schuf in den 1920er Jahren die Klassiker des deutschen Films Metropolis (1926) oder M (1931). Das Testament des Dr. Mabuse wurde vor der Uraufführung am 29. März 1933 von der Filmprüfstelle verboten.

Nach seinem Treffen mit Propaganda-Minister Goebbels Anfang April, bei dem dieser ihm „die Führung des deutschen Films“ angeboten haben soll, verließ Lang Deutschland. Die überstürtze Abreise, von der Lang in diesem Zusammenhang später sprach, gab es allerdings so wohl nicht. Es ist davon auszugehen, dass er sich nach dem Treffen in Frankreich, England und auch Deutschland aufhielt, bevor er im Sommer 1933 nach Paris ins Exil ging. Dort inszenierte er Liliom, ehe er im Sommer 1934 in die USA weiterzog und 1939 amerikanischer Staatsbürger wurde. Nach Startschwierigkeiten – er, der detailversessene europäische „Auteur“ galt als arrogant und unnahbar – drehte er in Hollywood: Western, Thriller, mehrere Film noirs sowie Anti-Nazi-Filme – letztere unter anderem mit Bertolt Brecht, Hanns Eisler und Alexander Granach.

In den 1950er Jahren versuchte Lang, in Deutschland an frühere Erfolge anzuknüpfen. Er verbrachte auch einige Zeit in Deutschland und realisierte finanziell erfolgreiche Filme, die ihn künstlerisch aber nicht befriedigten. Er kehrte in die USA zurück. Halberblindet spielte er seine letzte Filmrolle in Jean-Luc Godards Le Mépris (1963).

Auswahl wichtiger Werke:
Die Nibelungen (D 1922-24) – Regie
Metropolis (D 1925/26) – Regie
Das Testament des Dr. Mabuse (D 1933) – Regie
Hangmen also Die! – Regie (USA 1943)
Das indische Grabmal (D 1958/59) – Darsteller
Le Mépris (F 1963, Regie Jean-Luc Godard) – Darsteller

Weiterführende Literatur:
Fritz Lang. Leben und Werk. Bilder und Dokumente, hrsg. von Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen und Cornelius Schnauber unter Mitarbeit von Nicole Brunnhuber und Gabriele Jatho. Berlin: Jovis 2001.
Larissa Schütze: Firtz Lang im Exil. Filmkunst im Schatten der Politik. München: Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung 2006.

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