Maß und Wert. Zweimonatsschrift für freie deutsche Kultur (1937-1940)

Umschlagvorderseite: Maß und Wert
Zeitschrift Maß und Wert, Heft 1, September/Oktober 1937
Thomas-Mann-Archiv Zürich, mit freundlicher Genehmigung von Frido Mann, © S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main

Maß und Wert. Zweimonatsschrift für freie deutsche Kultur (1937-1940)

Künstler wollen wir sein und Anti-Barbaren, das Maß verehren, den Wert verteidigen, das Freie und Kühne lieben und das Spiessige, den Gesinnungstaumel verachten – ihn am besten und tiefsten verachten, wo er sich in pöbelhafter Verlogenheit als Revolution gebärdet.

Thomas Mann, Vorwort zur ersten Ausgabe von Mass und Wert, 1937


Im Jahr 1937 konnte der Züricher Verleger Emil Oprecht den Schriftsteller Thomas Mann als Herausgeber einer neuen Zweimonatsschrift für freie deutsche Kultur gewinnen, die unter dem Titel Maß und Wert bis 1940 in insgesamt 17 Ausgaben erschien. Als Ko-Herausgeber fungierte der schweizerische Publizist Konrad Falke, die Chefredaktion übernahm zunächst der Journalist Ferdinand Lion, ab November 1939 dann Manns Sohn Golo Mann.

Im Unterschied zum dezidiert politischen Charakter von Exil-Zeitschriften wie etwa der von Klaus Mann herausgegeben Sammlung war Maß und Wert als feuilletonistisch-kulturgeschichtlich anmutendes Forum deutschsprachiger Literatur und Kunsttheorie konzipiert. In der ersten Ausgabe fand sich neben Essays, Kritiken und Glossen etwa ein vorabgedrucktes Kapitel von Thomas Manns neuem Roman Lotte in Weimar. Unter anderem publizierte und rezensierte das Blatt Texte von Emigranten wie Franz Werfel und Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Joseph Roth und Stefan Zweig.

Nach der vorübergehenden Internierung und Flucht Golo Manns in die Vereinigten Staaten im Frühjahr 1940 war die schweizerische Redaktion von Maß und Schrift verwaist. Gegenüber Emil Oprecht äußerte der scheidende Chefredakteur seine Auffassung, dass es „gar keinen Sinn mehr habe, die Zeitschrift weiterzuführen, da heute nicht geistige, sondern nur kriegerische Waffen die Entscheidung über die Weiterexistenz eines kulturellen Europas herbeizuführen vermögen“. Eine zunächst beabsichtigte Weiterführung nach dem Krieg wurde nicht mehr realisiert.

Galerie